Theaterkritik: Zum Stück “Eins auf die Fresse”

von David Dragoudakis

Das Bett ist ungemacht, eine Zigarettenschachtel liegt auf dem Teppich, an der Wand hängt ein Saw-Plakat. Lucky, eigentlich 14, aber nach eigenen Empfinden eher 19, gammelt in seinem altersgemäß verwahrlosten Zimmer rum und denkt über seinen verstorbenen Mitschüler Matze nach – bis sein Vater reinkommt, und ihn um eine Zigarette anschnorrt.
In dem Stück “Eins auf die Fresse” von Rainer Hachfeld, einem Dauerbrenner am Gripstheater seit 1996, geht es um die Coolness und die Reife der Jugendlichen, sowie um die Schuld am Selbstmord des Mitschülers “Matze”. Jeder (die Schule, die einzelnen Mitschüler und die Verwandten) versuchen etwas (wichtiges) zu verbergen und suchen die Schuld bei den jeweils anderen, wobei sie auch fündig werden. Das Drama ist teilweise wie ein Krimi aufgebaut, zuerst hat man den Toten und nach und nach wird die Schuld (und das Motiv) für die Tat aufgedeckt.Die sieben Schauspieler, die insgesamt 15 Rollen spielen, haben ihre Rollen überzeugend dargestellt, sodass man sich gar nicht so gefühlt hat, als wäre man im Theater.